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Produktionssteuerungs- und Leitsystem
Ein Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie produziert im Auftrag seiner Kunden unterschiedlichste Produkte in einer erheblichen Variantenvielfalt und in sehr unterschiedlichen Fertigungsmengen. Auf Grund der hohen hygienischen Anforderungen im Produktionsprozess und um Kreuzkontaminationen zwischen den verschiedenen Produkten zu vermeiden, ist der Produktionsprozess sehr komplex. Für die Planung und Überwachung der Prozessabläufe in der Produktion wird ein Leitsystem benötigt, das die einzelnen Produktionsprozesse möglichst optimal miteinander verknüpft und sicherstellt, dass die hygienischen Bedingungen stringent eingehalten werden.
Dazu hat das Unternehmen ein hochspezialisierten Produktionsablauf entworfen, der auf Containern als logistischem Element basiert.
Die Anforderungen im Einzelnen:
- Ziel des Systems ist es, ein Manufacturing Execution System MES zu entwickeln, das eine Prozessübersicht über alle relevanten Abläufe in der Fertigung gibt, eine eigenständige Optimierung ermöglicht und die Dokumentation der Einzelprozesse liefert.
- Das System stellt die Verbindung zwischen dem bestandsführenden ERP-System und einem unterlagerten Lagerverwaltungssystem dar, die beide auf Oracle Datenbanken laufen.
- Die Darstellung muss grafisch visualisiert sein. Darüber hinaus soll es möglich sein, über die Visualisierung auch detaillierte aktuelle Informationen über den jeweiligen Prozess abzurufen. Als dritte Komponente sollen in diese Anwendung auch sämtliche Eingriffs- und Steuerungsaktivitäten integriert werden und direkt ausführbar sein.
Lösung:
Das gewünschte Manufacturing Execution System wurde von der InfoSys auf der Basis von ORACLE-Forms realisiert. Die gesamte Visualisierung erfolgt innerhalb der Formsanwendung. Die Optimierungs- und Bedienfunktionen sind in PL/SQL erstellt und laufen zentral in der unterlagerten Oracle Datenbank ab. Zyklisch auftretende Prozesse laufen im Hintergrund und werden mit dem Oracle Scheduler verwaltet.
Die Darstellung und Verwaltung der einzelnen Ressourcen ist in Formsfenstern realisiert, die aus der Visualisierung heraus aufgerufen werden können. Für die grafischen Darstellungen und statistischen Auswertungen ist Oracle BI Beans in die Formsanwendungen integriert. Die Schnittstellen zum Lagerverwaltungssystem sind über Datentelegramme realisiert, die mit PL/SQL erzeugt werden.
Die Schnittstelle zum ERP System ist auch aus Performancegründen über direkte Zugriffe und verteilte Transaktionen mit PL/SQL realisiert.
Im Einzelnen beinhaltet das System folgende Funktionsbereiche:
- Verwaltung der Produktionspläne für jedes einzelne Produkt
- Belegung der einzelnen Produktionsmaschinen unter Berücksichtigung der Anforderungen zur Vermeidung von Kreuzkontamination
- Visualisierung von Maschinenzuständen
- Automatische Optimierung der Einlastung neuer Produktionsaufträge
- Einsatzplanung der verwendeten Container incl. der Reinigungszyklen
- Automatische Nachschubplanung an den verschiedenen Dosierstationen und Silos
- Erfassung der Produktionsdaten (Containerbelegung, Durchlaufzeiten, etc) als Grundlage für statistische Auswertungen
- Schnittstelle zum übergeordneten ERP System ( Berücksichtigung von Reservierungen an Rohstoffen, Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Rohstoffe, Rückmeldung des Abarbeitungsstatus der Aufträge)
- Schnittstelle zum untergelagerten Lagerverwaltungssystem (Transportaufträge, Maschinenzuordnungen, Containerzuordnungen, Rückmeldung der Prozessparameter)


